#MdW (100): Back to the roots

Am 13. Januar 2020 erschien einer der ersten Artikel in unserer beliebten Reihe Minifigur der Woche (#MdW). Gut zweieinhalb Jahre später schreiben wir ein rundes Jubiläum, das gleichzeitig das Ende einer Ära einläutet – aber dazu später mehr. Der einhundertste Artikel sollte ein besonderer werden. Soviel stand fest. Viele verschiedene Minifiguren geisterten mir durch den Kopf, darunter sündhaft teure wie Mr. Gold oder die eine oder andere SDCC-exklusive Minifigur. Entschieden habe ich mich am Ende für eine Minifigur, die schon für kleines Geld zu haben ist und viele unserer Leserinnen und Leser besitzen dürften.

Eine Brücke schlagen

Am 20. Januar 2020 erschien der zweite Artikel in dieser Rubrik – damals noch von Lars verfasst – zu einer Minifigur, die ihn schon seit 30 Jahren begleitet. In einem kurzen, aber persönlichen Artikel (hier nachzulesen) legt Lars seine Beziehung zu Kapitän Rotbart und die Besonderheiten dieser Minifigur dar. Tatsächlich waren die Piraten gegen Ende der 80er-Jahre die ersten Minifiguren, die eine individuelle Gesichtsbedruckung hatten. Damit kennzeichnen sie zweifelsohne ein Stück LEGO Geschichte.

Kapitän Rotbart (Quelle: brickset.com)

Eines der größten von insgesamt 14 Sets, in dem Kapitän Rotbart vertreten war, war natürlich die Black Seas Barracuda (6285) von 1989, die heute selbst gebraucht zu horrenden Preisen gehandelt wird. Wie beliebt das Set war, erkennt man im Übrigen auch daran, dass das Set 2002 unter der Nummer 10040 ein weiteres Mal erschien.

Black Seas Barracuda (6285) von 1989 (Quelle: brickset.com)

Viele Jahre war es ruhig um Kapitän Rotbart und seine Crew. Doch 2020 entschied sich LEGO, die Geschichte der berüchtigten Piraten weiter zu erzählen.

Schiffbruch – Eine hervorragende Idee

Die Idee, sich dem Piratenthema noch einmal anzunehmen kam genau genommen nicht von LEGO selbst, sondern von dem Fandesigner Bricky_Brick, wenngleich der ursprüngliche IDEAS-Entwurf The Pirate Bay noch keinen direkten Bezug zur Black Seas Barracuda von 1989 hatte. LEGO dachte das Set weiter, ermöglichte den Fans nicht nur eine Pirateninsel, sondern darüber hinaus die legendäre Black Seas Barracuda zu bauen. So erschien 2020 eines meiner absoluten Lieblingssets: Pirates of Barracuda Bay (21322).

Pirates of Barracuda Bay (21322) von 2020 (Quelle: brickset.com)

LEGO legte der Neuauflage auch einige der Originalpiraten bei. Allerdings sind sie ebenso wie die Fans in den letzten Jahren gealtert – genial. 30 Jahre Rum fordern eben ihren Tribut. Und so ist nur zu erahnen, wie es den Piraten nach Schiffbruch auf ihrer Insel wohl ergangen ist. Mit dabei ist natürlich Kapitän Rotbart, der im Vergleich zu seinem jüngeren Ich sichtlich gealtert ist.

Kapitän Rotbart früher und heute (Quelle: stonewars.de)

Der Bart wirkt im Vergleich buschiger und leicht ergraut. Augenbrauen, das angedeutete Zwinkern, das glänzende Auge und der leicht geöffnete Mund verleihen dem neuen Gesicht etwas mehr Ausdruck. Die Schulterklappen sind nun golden statt braun. Die unterschiedlichen Braun- und Grautöne an Haken und Holzbein liegen darin begründet, dass LEGO 1989 noch andere Farben verwendete. Der Totenkopf auf dem Zweispitz fällt in der neueren Variante etwas größer aus und ähnelt stärker dem einer Minifigur. Der Druck auf dem Torso fällt detaillierter aus. Der rote Papagei wurde durch einen blauen ersetzt. Wir fragen besser nicht, warum.

Ein Original-Rotbart von 1989 kostet bei BrickLink neu aktuell übrigens ~18 Euro. Die Neuauflage von 2020 hingegen ist schon für ~6 Euro zu haben.

Ich finde, die Minifigur ist eine schöne Hommage an den Helden vergangener Kinderzimmer und damit sehr gut gelungen. Wie findet ihr die gealterte Neuauflage? Ich freue mich über deinen Kommentar!


In eigener Sache

Dieser einhundertste Artikel wird vorerst der letzte in dieser Reihe sein. Nicht, weil ich die Freude an Minifiguren verloren habe, sondern weil ich nach fast zwei Jahren ohne Unterbrechung anderen Projekten mehr Aufmerksamkeit schenken möchte. Da ist natürlich zuallererst der News-Podcast zu nennen, den ich gerne neu denken und etwas voranbringen möchte. Außerdem schwirren mir einige Gedanken zu Artikeln im Kopf herum, die sich nicht im wöchentlichen Turnus schreiben lassen. Dabei wird es bestimmt auch hin und wieder um Minifiguren gehen. Spätestens im Dezember, wenn wir wieder die Minifigur des Jahres suchen, steht sie aber natürlich wieder im Mittelpunkt. Und bis dahin müsst ihr euch einfach überraschen lassen!

4 thoughts on “#MdW (100): Back to the roots

  • 30. Mai 2022 um 1:19
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    Was für ein passender und toller Artikel! Happy 100! Ich liebe den alten Rotbart. Ich ziehe aber auch vor Dir lieber Thomas, meinen Piratenhut und verbeuge mich vor dieser Leistung. #bestermann

  • 30. Mai 2022 um 7:10
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    Danke für 100 spannende Einblicke in die Welt der Minifiguren. Happy 100!!! 🥳🥳🥳 Und die Abschlussfigur könnte besser nicht sein… ein Absoluter Liebling meiner Kindheit 😊

  • 30. Mai 2022 um 10:15
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    Ein großartiger Post mit der richtigen Figur zum 100. Artikel! Danke für all die Arbeit 👏

  • 30. Mai 2022 um 18:31
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    Schöne Arbeit, die dur mit dieser Reihe geleistet hast. 🙂
    Es hat immer Spaß gemacht die sehr kurzweiligen Artikel zu lesen und ich bin gespannt, welche Artikel du für die Zukunft geplant hast!

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