Nostalgie-Alarm! PlayStation Classic im Anmarsch

Nintendo hat mit seinen wiederaufgelegten Retro-Konsolen in den letzten beiden Jahren den Nerv der Zeit getroffen. Das zeigen mediales Echo und das Interesse der Kunden. Überall war, vor allem zum Release der NES Classic Mini und SNES Classic Mini, von leergefegten Regalen, Lieferengpässen und überteuerten Preisen auf dem Sekundärmarkt zu lesen. (LESEZEIT: 2 Minuten)

Der Wunsch der Kunden nach charmant geschrumpften Nostalgiekisten hat sich indes auch bei den Konkurrenten Sega und Sony rumgesprochen. Letztere bringen am 3. Dezember 2018 ihre etwa halb so große Neuauflage der 1994 erschienen Erstkonsole auf den Markt. Genau wie bei Nintendos Miniaturen bietet die PlayStation Classic eine vorinstallierte Mischung an Spielen. Sie punktet mit HDMI-Anschluss und Original-Controllern.

Kaufkriterium: Nostalgie

Für (Video-)Spielwaren-Investoren ist die Kleinstkonsole vor allem aus einem Grund interessant: Nostalgie. Genau wie bei heißgeliebten Lego-Sets aus der Kindheit ermöglicht auch die PlayStation Classic für erwachsen gewordene Sony-Fans einen richtigen Nostalgie-Rausch. Gerade zu Weihnachten wird die Konsole als Geschenk wohl heißbegehrt sein. Zwar scheint Sony aus Nintendos Verhalten dahingehend gelernt zu haben, dass sie die Konsole in – momentan – ausreichender Stückzahl vorbestellbar halten. Ich gehe aber davon aus, dass gerade wenige Tage und Wochen nach dem Release bzw. mit nahendem Weihnachtsfest das Interesse an der Konsole weiter zunehmen und die Nachfrage das Angebot übersteigen wird.

Spieleauswahl: Bescheiden

Bei der etwas bescheidenen Spieleauswahl kann man Sony ruhig Halbherzigkeit und übertriebene Zurückhaltung vorwerfen. Viele der enthaltenen Spiele sind schlicht zu unbekannt oder zu unbedeutend um eine Veröffentlichung auf der PlayStation Classic zu rechtfertigen. So manchem, der Mitte der 90er Jahre jugendlich war, wird es aber bei Resident Evil, Tekken 3, Final Fantasy VII, Metal Gear Solid, Ridge Racer und Grand Theft Auto Freudentränen in die Augen treiben. Eine konsistentere Auswahl mit größeren Namen – etwa Crash Bandicoot, Castlevania: Symphony of the Night, Tomb Raider oder Tony Hawk’s Pro Skater – hätte hier aber auch der Renditeprognose sehr gut getan. Positiv sei aber zu erwähnen, dass die Konsole standardmäßig mit zwei Controllern ausgeliefert wird. Das erhöht die Zugänglichkeit – man will ja schließlich nicht nur alleine der Nostalgie frönen und den Sammlerwert der Konsole, da sie bereits komplett ist.

Standardmäßig 2 Controller

Wer sich allerdings zum Release eine der Konsolen sichert, das Weihnachtsgeschäft im Hinterkopf hat und selbst dem Drang widerstehen kann ein verregnetes Wochenende mit Kindheit oder Jugend zu verbringen, sollte die PlayStation Classic einem suchenden Fan mit guter Rendite verkaufen können. Als langfristiges Investment würde ich die Konsole aber aufgrund der liberalen Veröffentlichungspolitik klassischer Spiele eher nicht sehen.

Wie bei NES und SNES Classic Mini haben Nachproduktionen zu deutlich sinkenden Preisen geführt. Hinzu kommt, dass zwar nicht alle, aber die zugstärksten Titel problemlos in der Originalversion oder in digitaler Form für allerhand gängige Konsolen zu bekommen sind. Final Fantasy VII gibt es für rund 10 bis 16€, Resident Evil als Remake für um die 20€ und Metal Gear Solid für ebenfalls 10€. So überwiegt zwar die reine Summe der enthaltenen Spiele den Einzelerwerb – größtes Verkaufsargument der kleinen Kiste ist und bleiben aber definitiv die Haptik und die Reise in die Vergangenheit.

Renditeprognose heiter bis wolkig

Ich schätze einen Verkaufspreis der Retrokonsole von 130 bis 150€ als realistisch ein. Das entspricht bei einem Einkaufspreis von 99,99€ immerhin 30% bis 50%. Im Moment werden Vorbestellungen der Konsole für rund 120€ bei eBay (natürlich nur tatsächlich verkaufte Artikel) erzielt. Vor rund drei Monaten, als noch nicht abzusehen war wie lange die Konsole wirklich beziehbar sein wird, waren das noch rund 170 bis 180€.

+++Eilmeldung+++
Mittlerweile ist die Konsole sogar bei Amazon schon aus dem Sortiment, da sich dies aber jederzeit ändern kann, hier der Link zur Mini-Konsole: PlayStation Classic!
Ansonsten heißt es: zum Release die bekannten Elektronik- und Videospielmärkte abklappern oder abtelefonieren. Mit etwas Geduld und Mühe sollten die Kisten Anfang Dezember noch zu bekommen sein.

Wer zudem Interesse an Nintendos Retro-Konsolen hat, kann diese gerne ins Portfolio packen. Die Preise sind aktuell für NES- und SNES-Variante sehr niedrig und Nintendo hat von vornherein klar gemacht, dass die Stückzahlen beider Konsolen nur in diesem Jahr nachproduziert werden. In den kommenden Jahren ist also durchaus mit nachlassendem Angebot zu rechnen…

NES Classic Mini

SNES Classic Mini

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen