Die PlayStation 5 kommt – leise, aber mit ganz großen Schritten!

Es ist wie ein nicht enden-wollender Zyklus aus Tod und Wiedergeburt, dem die Videospielbranche und ihre Fans unterworfen sind. Seit Beginn der ersten Heimkonsolen in den 1970er Jahren, über den großen Konsolenkrieg der 80er und 90er Jahre und das scheinbar immer harmonischere und homogenere Zusammenspiel des neuen Jahrtausends ist Veränderung immer eine Konstante im Games-Bereich. Technologie entwickelt sich weiter, Konsolen die vor wenigen Jahren noch als High-End galten, sind überholte Nostalgie von gestern. Und es zeichnet sich ab, dass Sony mit seiner PlayStation 5 im kommenden Frühsommer eine neue Konsolen-Ära einleiten wird. Aber was für Chancen und Risiken erwarten uns hier? Landen Games für eine tote Konsole auch in Zukunft auf dem Dachboden? Und: welche Aspekte sind für Investoren besonders interessant? (Lesezeit: 7 Minuten)

Wie Sie sehen, sehen Sie nix

Eine fundierte Spekulation über die PlayStation 5 ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ziemlich au der Luft gegriffen. Sony hat sich noch nicht offiziell zur neuen Konsole geäussert, auch wenn einige Entwickler wohl schon seit 2018 über entsprechende Entwicklungshardware verfügen. Einige Gerüchte halten sich jedoch nachhaltig, etwa die durch Patentanmeldungen und interne Notizen suggerierte Abwärtskompatibilität. Ziel der Kompatibilität sei es, die Profitstruktur über eine neue Hardware-Veröffentlichung hinaus stabil zu halten, heißt es in einer offiziellen Präsentation. Also: mit einmal veröffentlichten Spielen, etwa für die PS4, auch in der neuen Konsolengeneration Profit zu erwirtschaften. Eine weise Einschätzung, denn sowohl Konsumenten als auch Sony selbst nervt der oben erwähnte dogmatische Zyklus der alte Hardware – und damit die Spiele – unbrauchbar macht. Welche Konsolen dies betreffen würde, wie diese Nutzbarkeit technisch umgesetzt würde und ob sie überhaupt kommt, steht jedoch noch in den Sternen. Microsoft hat hier bereits einen Schritt nach vorne getan und allmählich besonders beliebte Titel der Xbox 360 Ära auf ihrer Xbox One lauffähig gemacht. Sollten sich die Gerüchte so bewahrheiten, wird dieser Umstand bei Fans auf fruchtbaren Boden fallen und könnte Sonys Dominanz im Kräftemessen mit Microsoft bereits im Vorfeld weiter festigen. Für uns Investoren bedeutet das Ganze aber ganz einfach gesagt: ist die Konsole durch Features und Starttitel beliebt, steigen damit auch die Renditechancen. Übersteigt (wie üblich) die Nachfrage das Angebot, kommt es zu interessanten Preisentwicklungen zum Konsolen-Launch. Dazu aber später mehr.

Begehrte Klassiker werden im Wert weiter steigern

Die Abwärtskompatibilität hätte natürlich ebenso Auswirkungen auf die bestehende Software-Bibliothek. Titel, die nur auf alter Hardware zu bekommen sind – etwa Castlevania: Symphony of the Night, Suikoden oder Rule of Rose, würden wohl weiter im Wert steigen, weil sie auf aktueller Technik lauffähig wären aber nicht mehr produziert werden. Welche Spiele dies betreffen würde hängt stark von der – wenn denn kommenden – Fülle der Abwärtskompatibilität ab. Hier müssen wir abwarten und Tee trinken. Zumal nicht einmal ausgeschlossen ist, dass die PlayStation 5 komplett auf physikalische Datenträger verzichtet. Microsoft hatte sich hier zwar 2013 ein dickes blaues Auge unter Fans eingefangen als man verkündete auf Spielediscs verzichten zu wollen. Dennoch sprechen die immer stärker auseinanderklaffenden Umsätze klassicher vs. per Download erworbener Videospiele eine andere Sprache.  Rein digital erworbene Videospiele schlagen mit immerhin fast 29% am Gesamtumsatz zu Buche. 2012 bzw. 2013, also bei Microsofts desaströser Ankündigung der Xbox One, waren es nur 9% bzw. 11%. Wenn Sony seine bisherige Software-Bibliothek rein digital verfügbar machen wird, sind die steigenden Preise bei Klassikern natürlich hinfällig. Ich persönlich kann aber nicht so ganz glauben, dass Sony sich eine blutige Nase bei eingefleischten Fans und Sammlern holen wollen wird.

Entwicklung des deutschen Games-Marktes seit 1995 – Quelle: game.de
Neue Konsolen sind Investment-No-Brainer

Egal für welchen technischen Weg sich Sony entscheidet: fest steht, dass die Nachfrage nach neuen Konsolen immer hoch ist. Aus dem einfachen Grund, weil jeder Gamer den neuen „heißen Scheiss“ haben will – verständlicherweise. Bei Veröffentlichungen von Heimkonsolen gab es bisher so gut wie jedes Mal eine enorm hohe Nachfrage und – aufgrund begrenzter Produktionsmöglichkeiten – ein limitiertes Angebot. Denke ich an Xbox 360, PlayStation 4 oder Wii zurück, kommt dieses bestimmte Kribbeln in mir hoch, das jeder Gamer nachvollziehen kann. Händeringend wird nach der neuen Konsole gesucht, man will und muss sie unbedingt haben. Der Nervenkitzel sich auf die Jagd zu begeben und das gute Stück dann Zuhause behutsam aus einer Verpackung zu lösen, ist unbeschreiblich und einer der Gründe warum die Preise neuer Konsolen typischerweise in den vier Wochen nach ihrem Release förmlich explodieren. Auf die PlayStation 5 übertragen bedeutet das: vorbestellen, vorbestellen, vorbestellen. Die Kontingente werden schnell weg und die Konsole nur schwer zu bekommen sein, ganz besonders wenn der Release – wie ich denke – in die Weihachtszeit fällt.

Und wann kommt sie nun?

Das lässt sich nur schätzen. Wie erwähnt hat sich Sony bis dato enorm bedeckt gehalten was ihr neues Konsolen-Flagschiff angeht. Dass Sony dieses Jahr der E3, immerhin die wichtigste und prestigeträchtigste Videospielmesse, fernbleibt, spricht aber Bände. Ich gehe davon aus, dass Sony ebenfalls im Mai/Juni mit einer eigens inszenierten Web-Show – hier ist Nintendo mit seinen Nintendo Directs das große Vorbild – die Katze aus dem Sack lassen wird. Veröffentichlungszeitraum wird dann – für Optimisten – der November 2019 sein, für Pessimisten der März 2020. Bei der PS4 ging Sony damals ähnlich vor, hielt ein spezifisches Event im März ab und veröffentlichte die Konsole im November des gleichen Jahres. Sportlich, aber so profitiert man am meisten vom generierten Hype um die Konsole, kann sein PR-Feuerwerk auf ein halbes Jahr beschränken und nimmt das Weihnachtsgeschäft in vollem Umfang mit. Ich prognostiziere, dass es Sony dieses Jahr ebenso tun wird.

Fazit:

Neue Konsolen sind ein Flipgeschäft. Bei Release treffen darbende Kunden auf begrenzte Stückzahlen und machen das Spektakel für Konsumenten und Investoren zur Achterbahn der Gefühle. Weil die Prognosen für Sonys neue Heimkonsole günstig stehen, musst du die Augen und Ohren offen halten – wenn die Japaner ihre neue Hardware ankündigen braucht es flinke Finger um sich rechtzeitig eine neue Konsole zu sichern. Ich gehe davon aus, dass sich Sony im März/April umfänglich zur neuen Konsole äußern wird und sie dann im Herbst diesen oder Frühling nächsten Jahres auf den Markt bringt. Sag nicht, ich hätte dich nicht früh genug aufgegleist. 😉

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