Sammelgebiet: LEGO-Businesscards

Wer sich schon länger im LEGO®- Universum herumtreibt, wird bereits die Feststellung gemacht haben, dass die Produktvielfalt des dänischen Toy-Giganten fast unüberschaubar groß ist. Sammler von LEGO Produkten haben sich daher meist auf spezielle Bereiche innerhalb der vielfältigen Produktpaletten „spezialisiert“. Wir beleuchten hier im BLOG nun regelmäßig unterschiedliche Sammelgebiete.

Wir beginnen heute mit einem Themenbereich, der manchen vielleicht gänzlich unbekannt ist: LEGO Businesscards, ID Cards oder auch „Sig-Figs“ (kurz für Signature Figures) genannt.

Visitenkarte der LEGO Führungskräfte

LEGO Sig Figs sind die persönliche Visitenkarte von LEGO Mitarbeitern, die im Unternehmen eine gewisse Führungsverantwortung haben, oder besonders wichtigen Personen des Unternehmens direkt unterstellt sind oder diesen zumindest zuarbeiten. Interessanterweise haben allerdings LEGO-Designer grundsätzlich keine Sig-Fig.

Die kleinen Gesellen haben oft eine (grobe) Ähnlichkeit mit dem Besitzer. Bei den meisten Figuren ist lediglich der Torso besonders. Die übrigen Teile wie der Kopf, Kopfbedeckung, Arme und Beine sind in der Regel Standard Parts. Die überwiegende Anzahl der Businesscards hat einen weissen Torso. Im amerikanischen Raum gibt es einige Varianten, die auch andersfarbige Oberkörper haben. Auf dem Torso ist vorn das LEGO® Logo und der Name der jeweiligen Person aufgedruckt. Die Rückseite ziert die Telefonnummer und die persönliche Email-Adresse des Mitarbeiters.

Aus Gründen des Respekts werde ich auf den folgenden Bildern lediglich Rückseiten von Figuren zeigen, deren menschliches Pendant nicht mehr für LEGO tätig ist und demnach unter den angegebenen Kontaktmöglichkeiten nicht mehr zu erreichen ist.

Schwierigkeitslevel: Pro

Es ist eine besondere Herausforderung, Dinge zu sammeln, die man im Normalfall nicht einfach so kaufen kann. Natürlich gibt es immer Möglichkeiten, für Geld an spezielle Dinge heranzukommen- aber auf das Thema gehe ich im späteren Verlauf noch genauer ein. In der Regel kannst Du „LEGO Sig Figs“ jedoch nicht einfach so kaufen. Diese werden ausschließlich persönlich von der jeweiligen Person übergeben. Man kann sich sicher vorstellen, dass es oftmals nicht ganz einfach ist, an entsprechende Personen A: heranzukommen und B: sie in einem persönlichen Gespräch dann zu animieren, die Visitenkarte „rauszurücken“.

Wenn Du es aber schaffst, eine nette Konversation (meist in englischer Sprache) aufzubauen und Dich dann noch traust, im Anschluss des Gesprächs nach den Kontaktdaten zu fragen, wirst Du in der Regel Glück haben und solch eine begehrte Figur geschenkt bekommen. Ich selbst hatte schon ein paarmal das Glück, dass mich ein LEGO Mitarbeiter dann einem Anderen vorgestellt hat, was dann die „Beute“ in Rekordzeit verdoppelte.

Aufmerksam im LEGO® House

Du fragst Dich jetzt sicher: Das ist ja gut und schön, soweit alles verstanden, aber wo treffe ich denn nun einen LEGO Mitarbeiter aus der Führungsriege- und wie erkenne ich ihn?

Eine besonders hohe „Mitarbeiterdichte“ der Führungskräfte arbeitet in Billund, Dänemark. Viele leitende Angestellte haben Büros im LEGO® House, welches für Besucher und Fans der bunten Klemmbausteine regelmäßig geöffnet ist. Ich habe vor kurzem einen Besuch im LEGO HOUSE mit der Kamera begleitet, dieses Video findest Du hier. Die Mitarbeiter der Führungsriege tragen in der Regel legere Kleidung und sind nur schwer vom normalem Besucher zu unterscheiden. Solltest Du einen Besuch im LEGO House planen, empfehle ich Dir im Vorfeld die fantastische Netflix Doku, die die Entstehung des „Home of the Brick“ begleitet hat. In dieser Reportage wirst Du einige Gesichter kennenlernen, die Dir unter Umständen dann auch vor Ort begegnen könnten. Die Doku ist sicher dann auch ein guter Einstieg in ein spontanes Gespräch.

Jesper und Kevin sind ehemalige LEGO Mitarbeiter
Spezial-Tipp: Conventions und Ausstellungen

Falls Billund für Dich geografisch schwer zu erreichen ist, kannst Du ebenso auf großen LEGO-Ausstellungen Glück haben, die von offiziell anerkannten LUGs (LEGO User Groups) veranstaltet werden. Eine LUG in deiner Nähe findest Du über die Suchfunktion des Ambassador Netzwerks.

Auf solchen Veranstaltungen gehört es eigentlich zum „guten Ton“, dass sich hin und wieder offizielle LEGO-Mitarbeiter blicken lassen um die kreativen Exponate zu bewundern. Eine besonders hohe LEGO-Visitenkartendichte außerhalb des LEGO- House findest Du zum Beispiel auch auf dem legendären Skaerbaek Fan Weekend. Hier ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass sich einige Fans eines ganz besonderes „Tricks“ bedienten, um an eine begehrte LEGO Sig-Fig zu gelangen. Sie hatten eigene kleine Geschenke vorbereitet: Mini Builts, Sig-Figs von sich selbst- oder auch Naschwerk. Das könnte für alljene eine Variante sein, die sich nicht sicher fühlen, eine Konversation auf English zu halten. Einfach nett sein, seine eigene „Sig Fig“ verschenken und hoffen, dass man im Gegenzug eine zurück erhält. Zumindest auf dem Skaerbaek Fan Weekend hat das für viele wunderbar funktioniert.

Varianten

Die Optik der besonderen Visitenkarten kann sich über die Jahre durchaus verändern. Es hat den Anschein, dass LEGO in diesem Fall keinem fixen Plan folgt, der das hundertprozentige Design festlegt. Ich habe beispielsweise Jesper Vilstrup schon des Öfteren getroffen. Wenn ich nun die erste Visitenkarte von ihm, die ich etwa Ende 2016 erhielt, mit der von Mitte 2019 vergleiche, fällt schon ein merklicher Design-Unterschied ins Auge.

Unterschiedliche Versionen der gleichen Figur sind normal
Der Wert der Figuren

Es ist ein recht heikles Thema, über „Werte“ der Sig-Figs zu sprechen. In LEGO Kreisen ist es verpönt, mit ihnen zu handeln. Sie sind etwas ganz Besonderes und das verscherbelt man halt nicht „einfach so“ wieder!

Nichtsdestotrotz gibt es einen nicht uninteressanten Markt für diese Figuren. Natürlich passt auch hier der Spruch: „Soviel Wert, wie ein Sammler bereit ist zu zahlen“. Ich möchte Dir aber gern meine persönlichen Beobachtungen der letzten Jahre in Bezug auf diese Figuren mit an die Hand geben. Laut meinen Erfahrungen sind die Figuren in Übersee oft günstiger zu haben, als hierzulande. Allerdings kommen auf die Auktionspreise ja auch noch Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer drauf. In Zahlen ausgedrückt haben solche Figuren meist einen Preis von etwa 80-120€ für recht „unbekannte“ Namen bis hin zu drei- und vierstelligen Beträgen, wenn es sich um bekannte Gesichter oder gar Mitglieder der LEGO Gründer-Familie handelt.

Bezugsquellen (für Geld)

Mit dem richtigen Suchbegriff lassen sich oft mehrere dieser Sig-Figs auf ebay.com lokalisieren. Auch auf ebay.de finden sich hin und wieder einige dieser begehrten Sammlerstücke. Eine weitere Quelle ist Bricklink, wobei die Suche sich hier meist schwieriger gestaltet und das Angebot auch oft kleiner ist. Das liegt vermutlich daran, ich habe es eingangs erwähnt, dass es in LEGO-Kreisen nicht gern gesehen wird, wenn solche Stücke verkauft werden und auf Bricklink alles etwas familiärer zugeht, als auf ebay.

Chancen und Risiken

Wie bei allem auf der Welt, womit Geld gemacht werden kann, ist auch hier die Gefahr von Fälschungen sicherlich gegeben. Ich persönlich habe noch keine Fälschung zu Gesicht bekommen, aber unmöglich ist das sicherlich nicht. Die sicherste und in meinen Augen auch allerbeste Art, ein Original abzustauben ist, sich die Figur vom Mitarbeiter persönlich aushändigen zu lassen.

Bezüglich der Marktpreise solcher Figuren sei erwähnt, dass diese zum Teil starken und oft unberechenbaren Schwankungen unterliegen. Es kann zum Beispiel sein, dass sich ein über lange Jahre verdienter Mitarbeiter, wie zum Beispiel jüngst Kim Ellekjær Thomsen, aus seiner Position verabschiedet oder das Unternehmen LEGO komplett verlässt. Das könnte einen nicht unerheblichen Marktwertverlust für seine „Sig Fig“ bedeuten.

Auf der anderen Seite können natürlich auch Beförderungen dazu führen, dass ein bisher eher unbekannter Mitarbeiter in die Führungsriege aufsteigt. Das würde dementsprechend auch mit steigenden Preisen seiner persönlichen Figur einhergehen.

Mein Fazit

Ich persönlich bin ein riesengroßer Fan dieses besonderen Sammelgebietes. Ich liebe LEGO, ich kenne und mag viele der Menschen, die für LEGO arbeiten und ich liebe grundsätzlich Herausforderungen. Daher macht es mir persönlich großen Spaß, diese Minifiguren zu sammeln. Als Geldanlage in meinem Verständnis, sind sie eher bedingt geeignet, da die Preise für meinen Geschmack zu volatil sind. Als kurzfristiger „Flip“ sicher für den einen oder anderen interessant, um die weite Reise zu Conventions oder gar ins Ausland finanziell etwas abzupuffern.

Wie ist Deine Meinung zu LEGO® Business-Cards? Kanntest Du diese Figuren bereits- oder besitzt gar selbst welche? Ist das für Dich ein spannendes Sammelgebiet oder gänzlich uninteressant? Hast Du weitere Tipps, wie man an diese Figuren herankommt? Schreib es einfach hier in die Kommentare- ich bin gespannt!

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