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Starterset – Kleine Steine, großes Potenzial

Folge 5: Teilekunde – Kenne Parts und Farben

Hallo liebe Investoren,

wir starten heute schon in Folge 5 – und ich hoffe, ich konnte euch das Sommerloch mit meinen Beiträgen ein wenig überbrücken.
Letzte Woche sind wir tief in das Thema eingestiegen, wie wir Sets auswählen und was uns beim Part-Out wichtig ist.

Mit dieser Beitragsreihe versuche ich, eine Vielzahl von Lesern abzuholen: Manche von euch wollen tiefer in die Methodik einsteigen, andere lieber die Grundlagen des LEGO-Business verstehen. Deshalb wechseln wir immer wieder zwischen komplexeren Themen und Basiswissen – so bekommt jeder die passende Portion Input.

Heute schauen wir uns die absoluten Grundlagen an: Parts und Farben.


🌈 Vom farbreduzierten Start ins bunte Heute

In den 1950er-Jahren bot LEGO einige Basis-Sets mit Standardteilen an – etwa 2×2- und 2×4-Steine, Fenster und Türen. Gestartet wurde damals mit nur fünf Farben: Weiß, Rot, Blau, Gelb und Grün. Die Auswahl war klein, das Produkt neu und die Mitte der 1900er Jahre eine ganz andere Zeit als heute.

Heute ist die Farbpalette unvorstellbar gewachsen. Laut meiner Recherche sind aktuell (2024/2025) 78 Farben im Einsatz. Ob diese Zahl exakt stimmt, kann ich nicht mit letzter Sicherheit sagen – falls jemand genauere Informationen hat, freue ich mich über eure Rückmeldungen in den Kommentaren.

Wenn man bedenkt, wie viele Farben es im Laufe der Jahrzehnte insgesamt gab, wird schnell klar: Die Vielfalt ist riesig. Allein die verschiedenen Abstufungen wie Dark, Light oder Medium machen es nicht leichter, den Überblick zu behalten.

Für neue Händler kann dies zunächst überwältigend wirken, aber keine Sorge – man muss nicht jede Farbe kennen, um erfolgreich zu sein.

Wichtig ist:

  • Kenne die gängigen Farben und die Farben, die du in deinem Shop verkaufen willst.
  • Beachte, dass es kein „Hellgrau“ oder „Dunkelgrau“ gibt – wir reden hier von Light Bluish Gray oder Dark Bluish Gray.
  • Prüfe bei Unsicherheit, ob ein Stein vielleicht schon als Listing existiert oder wie er korrekt benannt ist.

Ein bewusster Umgang mit Farben hilft nicht nur beim Part-Out, sondern verhindert auch Fehler beim Online-Stellen von Einzelsteinen – niemand will nach dem Verkauf feststellen, dass man die falsche Farbe oder Teilnummer erwischt hat.

Wenn ihr wisst, wie viele Farben LEGO jemals insgesamt hatte, schreibt es gerne in die Kommentare – ich bin gespannt auf Informationen.


🧱 Die Welt der Parts – groß, größer, überwältigend

Nicht nur die Farbenvielfalt kann anfangs überwältigend sein – auch die Anzahl und Vielfalt der LEGO-Teile ist enorm. Gerade als Neueinsteiger kann es frustrierend wirken, wenn man versucht, jedes Teil exakt zu identifizieren.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich am Anfang mit der Lupe jede einzelne Nummer auf den Steinen gesucht habe, um herauszufinden: „Was habe ich hier eigentlich vor mir?“ Tiles, Bricks und Plates sind schnell gelernt – aber bei Slopes, Hinges, Wedges oder bedruckten Teilen dauert es, bis man die Unterschiede sicher erkennt und die Namen verinnerlicht hat.

Auch heute kann ich viele Teile nicht sofort benennen – und das ist völlig in Ordnung! Als Händler oder Set-Bauer braucht man dieses tiefe Fachwissen eines echten MOCers in der Regel nicht unbedingt.

Viel wichtiger ist: Kennt die gängigen Teile, die ihr oft verkauft, und stellt sie korrekt online. Ein falscher Eintrag kann schnell zu Rückfragen, Rücksendungen oder unzufriedenen Kunden führen.

Mit der Zeit entwickelt man automatisch ein Gespür für die häufigsten Teile, ihre Varianten und die richtige Zuordnung zu Sets. Übung macht den Meister – und Tools wie Bricklink oder die Bildersuche Brickognize helfen, den Überblick zu behalten.


🎨 Farben verstehen, ohne den Überblick zu verlieren

Dasselbe gilt für die Farben. Die Palette wächst ständig: neue Nuancen werden eingeführt, Namen ändern sich, und bei Einzelsteinen ist es manchmal schwierig, sofort zu erkennen, welche neuen Farben man gerade wieder in der Hand hält.

Besonders herausfordernd sind für mich Reihen, wie Nougat oder Lavender – selbst nach Jahren fällt es mir schwer, sie zuverlässig auseinanderzuhalten. Hinzu kommen Dunkel-, Hell-, Mittel-, Trans-, Satin- oder Glitter-Varianten, die das Identifizieren zusätzlich erschweren.

Aber was bedeutet das für dich als neuen Bricklink-Händler?

  • Du musst nicht jede Farbe und jeden Stein kennen.
  • Konzentriere dich auf die gängigen Farben und darauf, welche Teile du in deinem Shop verkaufen willst.
  • Funktionale Details der Steine sind interessant, aber kein Muss – sie sind mehr Bonuswissen für echte LEGO-Profis.
  • Prüfe vor dem Listen genau, ob Teilnummer und Farbe korrekt sind.

Hilfreiche Tools: Brickognize oder die Google-Bildersuche – sie sparen enorm Zeit und minimieren Fehler beim Online-Stellen, gerade bei Minifiguren-Teilen.

Mit diesem Ansatz stellst du sicher, dass dein Shop strukturierte und korrekte Listings hat, ohne dass du jeden Stein und jede Nuance im Kopf haben musst.


🏪 Unser Shop – ein Blick auf Inventory und Farben

Aktuell haben wir 74 verschiedene Farben online. Betrachtet man den Gesamtwert des Inventars, zeigt sich, dass Black den größten Anteil hat, dicht gefolgt von White.

Unsere Top 10 nach Prozentwert:

  1. Black 13,12 %
  2. White 12,98 %
  3. Light Bluish Gray 8,79 %
  4. Dark Bluish Gray 8,06 %
  5. Tan 6,53 %
  6. Reddish Brown 4,70 %
  7. Yellow 3,42 %
  8. Red 2,93 %
  9. Dark Tan 2,86 %
  10. Trans-Clear 2,48 %

Wir legen Wert darauf, dass wir Farben im Shop haben, die sich schnell verkaufen. Unsere Erfahrung zeigt: Steine in diesen Farben werden in unserem Shop am meisten verkauft.

Hier einige Farben, bei denen ich überrascht war, dass ihr prozentualer Anteil so hoch ist:

  • Medium Nougat 2,05 %
  • Pearl Gold 1,13 %
  • Bright Light Blue 0,98 %
  • Bright Light Orange 0,97 %

Das zeigt: Für deinen Shop ist es nicht nur wichtig, viele Farben zu führen, sondern auch zu verstehen, welche sich schnell verkaufen und welche eher Lagerbestand aufbauen.

Gerade bei den vier oben genannten Farben, werden Lagerplätze blockiert, da diese kaum Verkauft werden.


🔍 Parts im Shop – was sich schnell dreht und was nicht

Ein Großteil unserer Steine sind Tiles, gefolgt von Plates, Bricks, Minifigure Parts und Slopes. Insgesamt listen wir aktuell 145 verschiedene Part-Kategorien.

Besonders auffällig ist, dass Tiles einen großen Anteil am Inventar ausmachen – in unserem Shop liegt dieser bei über 30 % der Gesamtsteine. Das liegt daran, dass Tiles sich in der Regel schnell verkaufen und wir sie oft auf Vorrat halten.

Dennoch muss ich sagen, dass der Anteil teilweise etwas zu hoch ist, verursacht durch kürzliche Einkäufe in der Legoland-Fabrik. Aufgrund des Sommerlochs auf Bricklink sind die Verkäufe deutlich geringer, sodass Tiles nun einen extrem hohen Anteil der Gesamtsteine ausmachen.

Risiko: Wenn ein Part einen zu großen Anteil deines Shops einnimmt, bist du stark abhängig von der Nachfrage dieses einzelnen Teils. Sinkt die Nachfrage, bindest du Kapital in Lagerbestand, der sich nur langsam dreht.

Ein klassisches Part-Out kann helfen, das Verhältnis der verschiedenen Parts auszugleichen. Durch den gezielten Part-Out von Sets, bei denen einzelne Parts in passenden Mengen enthalten sind, sorgst du dafür, dass Tiles, Bricks oder Plates in einem ausgewogenen Verhältnis im Shop vorhanden sind.

Ein weiterer Vorteil: Du bekommst ein besseres Gespür dafür, welche Parts sich schnell drehen und welche eher Lager füllen. Manchmal kann es sich lohnen die Bestände bewusst zu steuern, statt alles wahllos auf Vorrat zu halten.


🎯 Tipp der Woche – Parts & Farben clever managen

Wenn du deinen Shop pflegst, achte darauf:

  • Kenne deine gängigen Steine und Farben – das reicht für den Start.
  • Prüfe jede Teilnummer und Farbe vor dem Listen – Fehler beim Packen kosten Zeit und Nerven.
  • Achte auf ein ausgewogenes Inventar – zu viele Tiles oder uninteressante Farben binden Kapital.
  • Nutze Tools wie Brickognize oder die Google-Bildersuche zur Identifikation.
  • Beobachte den Markt – bei wenigen Listings oder hohen Preisen lohnt sich eine doppelte Kontrolle.

So stellst du sicher, dass dein Shop sauber, verkaufsfähig und flexibel bleibt – ohne dass du jede einzelne Farbe oder jeden Sonderteil perfekt kennen musst.


🔜 Im nächsten Beitrag:

Das erste Mal Legoland Deutschland– Das musst du wissen!
Wie bereits angekündigt, möchte ich etwas vertiefter auf das Legoland Deutschland eingehen – speziell auf die Fabrik, das Minifiguren-Atelier sowie die Shops.
Hierzu starte ich eine kleine Miniserie, in der ich in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder eine neue Folge einbauen werde. In der kommenden Woche zeige ich auf, was überhaupt interessant für dich als Händler am Legoland Deutschland ist und was du hierzu wissen musst. In den folgenden Folgen schauen wir uns dann auch Einkaufs- und Verkaufspreise genauer an und nehmen unter anderem das Minifiguren-Atelier unter die Lupe.

Der nächste Beitrag erscheint am Sonntag, 31. August 2025, hier auf der Seite des Spielwareninvestors.


📩 Dein Feedback ist gefragt

Ich habe in der Vergangenheit so viele Teile, gerade von Minifiguren, falsch online gestellt, wodurch ich mittlerweile eher vorsichtig bin und alles mehrfach überprüfe. Wie gehst du hierbei vor? Nutzt du Tools, um zu prüfen, ob du die richtigen Parts online stellst oder um sie zu identifizieren? Vielleicht verwendest du ja auch etwas, das ich gar nicht erwähnt habe oder noch nicht kenne.

Schreib’s mir in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch!

Bis bald & baut was,
Tim


Neugierig, wie unser Herzensprojekt heute aussieht?
Hier geht’s zu unserem Bricklink-Store 🤍

4 Gedanken zu „Starterset – Kleine Steine, großes Potenzial

  • Icke

    Hallo Tim,

    danke für die Regelmäßigkeit deiner Beiträge und dem Weitergeben von deinem Wissen und deinen Erfahrungen.
    Ich finde, dass Brickognize schon eine echte Errungenschaft ist. Leider gibt es (noch) keine Farberkennung über diese Anwendung.
    Kennst du eigentlich einen Preisverlauf von Einzelteilen außerhalb von Bricklink? Die 6 Monate, die Bricklink rückwirkend gibt, sind schon super. Bei manchen Teilen oder Minifiguren würde ich mir darüber hinaus eine längere Historie wünschen.

    Freue mich auf die Legoland-Folge.
    Beste Grüße

    Antwort
    • Hallo Icke,
      vielen Dank wieder für den Kommentar. Brickognize ist wirklich eine unglaubliche Arbeitserleichterung! Gerade das du dieses auch über den PC und die Webcam nutzen kannst vereinfacht das einstellen von Minifigurenteilen riesig.
      Ich kenne leider auch nur den 6 monatigen Rückblick in Bricklink.
      Liebe Grüße Tim

      Antwort
  • Hi Tim,
    vielen Dank für den Beitrag. Ich finde toll wie transparent ihr mit euren Daten vor geht. Viele machen daraus ein Geheimnis. LG Flo

    Antwort
    • Hallo Flo,
      vielen Dank für dein Kommentar und die netten Worte!
      Beste Grüße Tim

      Antwort

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