Starterset – Kleine Steine, großes Potenzial
Folge 17: Legoland Deutschland 2026 – Zwischen AFOL-Paradies und Händler-Alltag
Hallo liebe Investoren,
nachdem aus zwei Wochen am Ende leider doch vier Wochen bis zum nächsten Beitrag geworden sind, versuche ich euch heute wieder mit einem neuen und hoffentlich spannenden Blogeintrag zu versorgen.
Momentan ist es für mich zeitlich wirklich schwierig abzuschätzen, wann ich einmal drei ruhige Stunden finde, um einen Beitrag vorzubereiten, zu schreiben und anschließend auch noch ordentlich zu veröffentlichen. Dennoch hoffe ich sehr, dass wir den Zwei-Wochen-Rhythmus künftig wieder etwas konstanter hinbekommen.
Heute möchte ich euch gerne meine Eindrücke aus dem Legoland Deutschland im Jahr 2026 schildern, da sich dort aus meiner Sicht – insbesondere als Bricklink-Händler – in den letzten Jahren doch einiges verändert hat.
🏭 Die Fabrik
Das vermutlich spannendste Thema für viele Händler von Einzelteilen ist natürlich weiterhin die Fabrik im Legoland Deutschland. Wer sich genauer dafür interessiert, was die Fabrik eigentlich ist und wie das System funktioniert, kann gerne meine älteren Beiträge dazu lesen.
Die Fabrik wurde in diesem Jahr leicht erweitert beziehungsweise offener gestaltet und wirkt insgesamt heller und moderner. Auch wenn sich die Anordnung der Regale nur leicht verändert hat, fühlt sich der gesamte Bereich beim Betreten deutlich größer und angenehmer an als noch in den vergangenen Jahren.
Mein erster Kritikpunkt waren allerdings direkt wieder die kleinen Tüten für die Einzelteile. Diese gab es bereits im vergangenen Jahr kurzzeitig, verschwanden danach aber wieder recht schnell. Nun sind sie erneut zurück und man merkt sofort, dass viele Besucher Schwierigkeiten haben, die Teile ordentlich durch die kleine Öffnung einzufüllen.
Dadurch liegen unglaublich viele Steine auf dem Boden herum. Wir waren an einem Mittwoch dort, also an einem vergleichsweise ruhigen Tag, und selbst dort war bereits einiges verteilt. Ich möchte ehrlich gesagt nicht wissen, wie das Ganze an einem vollen Wochenende aussieht.
Zusätzlich gibt es weiterhin nur eine einzige Waage vor Ort. Gerade nachdem die Fabrik vergrößert wurde, hätte ich mir gewünscht, dass auch eine zweite Waage aufgestellt wird, da dies den Ablauf deutlich entspannter machen würde.
✨ Das besondere Gefühl für Bricklinker
Kommen wir aber lieber zu den positiven Dingen.
Für mich ist es jedes Jahr wieder etwas Besonderes, das erste Mal ins Legoland und vor allem in die Fabrik zu gehen. Ich glaube, dass wir Bricklink-Händler LEGO-Steine teilweise mit ganz anderen Augen betrachten als normale Besucher.
Beim ersten Besuch brauche ich meistens erst einmal einige Minuten, um mir alles genau anzuschauen:
- Welche Teile sind neu?
- Welche Farben gab es vorher nicht?
- Welche Prints sind hinzugekommen?
- Welche Teile könnten interessant werden?
Damit bin ich oft erst einmal eine ganze Weile beschäftigt.
📦 Früher Glücksspiel – heute Massenverfügbarkeit
Ich habe die Fabrik zum ersten Mal im Jahr 2020 besucht und rückblickend muss man sagen, dass das damalige Angebot mit heute kaum noch vergleichbar ist.
2020 war jeder Besuch ein kleines Glücksspiel. Gab es heute Tiles? Welche Farben waren verfügbar? Gab es besondere Teile?
Es gab kaum Kontinuität und genau das machte die Fabrik damals gleichzeitig spannend und profitabel.
Wenn man Glück hatte und beispielsweise bestimmte Tiles oder transparente Farben kaufen konnte, war es teilweise möglich, diese noch am selben Abend mit deutlich über 100 % Marge auf Bricklink zu verkaufen. Das waren damals wirklich starke Geschäfte und der Besuch konnte sich finanziell extrem lohnen.
Wenn man allerdings Pech hatte, stand man dort und fand vielleicht zehn interessante Teile – mehr nicht.
Heute hat sich die Situation komplett verändert.
📉 Die goldenen Zeiten sind vorbei
Genau deshalb habe ich mittlerweile immer ein lachendes und ein weinendes Auge, wenn ich die Fabrik besuche.
Für Bricklink-Händler wird das Geschäftsmodell „in der Fabrik kaufen und mit Gewinn weiterverkaufen“ zunehmend schwieriger. Natürlich kann man mit einzelnen Teilen weiterhin Geld verdienen, aber die wirklich goldenen Zeiten sind aus meiner Sicht weitgehend vorbei.
Der Grund dafür liegt vor allem in der enorm gestiegenen Verfügbarkeit.
Heute bekommt man dort gefühlt jedes Tile in jeder Größe und in sämtlichen Standardfarben direkt vor Ort. Früher war man froh, wenn überhaupt White, Light Bluish Gray, Dark Bluish Gray oder Black vorhanden waren.
Heute wirkt die Auswahl teilweise fast grenzenlos.
Für normale Besucher und AFOLs ist das natürlich fantastisch, da man unglaublich viele Teile direkt kaufen kann, ohne auf Bricklink oder Pick a Brick angewiesen zu sein. Für Händler bedeutet das allerdings automatisch mehr Angebot am Markt – und damit meist sinkende Preise.
Da wir unser eigenes Geschäftsmodell inzwischen ohnehin deutlich weniger von der Fabrik abhängig machen, fiel unser Einkauf in diesem Jahr entsprechend kleiner aus. Trotzdem war ich begeistert davon, wie viele neue Teile und Farben inzwischen verfügbar sind.
🧍♂️ Das Minifiguren-Atelier
Das Minifiguren-Atelier war für mich früher immer eines der großen Highlights im Legoland.
In dem kleinen Häuschen beim großen Shop Figuren zusammenzustellen und nach der perfekten Kombination aus Torso, Kopf, Beinen und Zubehör zu suchen, hat einfach Spaß gemacht.
Heute befindet sich das Ganze im großen Duplo-Zelt und wirkt dadurch zwar deutlich moderner, größer und offener, verliert für mich persönlich aber auch etwas von seinem alten Charme.
Aus Händlersicht sind die Minifiguren für mich inzwischen ebenfalls deutlich uninteressanter geworden.
15 € für 6 Figuren ist mittlerweile schon eine Ansage, insbesondere wenn man bedenkt, dass häufig einzelne Torsos oder Accessoires die eigentlichen Geldbringer sind.
Um heute noch wirklich sinnvoll Gewinn mit einer Figur zu machen, muss man schon sehr gezielt einkaufen.
Ein paar der neuen Schilde habe ich allerdings trotzdem mitgenommen, da ich diese weiterhin großartig finde und sie für rund 50 Cent pro Stück immer noch ein sehr guter Deal sind.
🏪 Der neue große Shop
Der neue große Shop am Eingang erinnert inzwischen stark an moderne LEGO Stores.
Der Bereich ist deutlich größer geworden und man bekommt inzwischen fast jedes aktuelle oder exklusive Set direkt vor Ort. Gerade in Kombination mit Rabattaktionen oder Gutscheinen sind dadurch auch exklusive Sets plötzlich sehr interessant.
20 oder 25 % Rabatt auf bestimmte exklusive Produkte sind schließlich schon eine Hausnummer.
Der gesamte Shop wirkt moderner, heller und effizienter aufgebaut. Gleichzeitig geht für mich persönlich aber auch hier ein Teil des alten Legoland-Charmes verloren.
📌 Mein Fazit
Lohnt sich das Legoland Deutschland 2026 noch für Händler?
Ein klares „Jein“.
Es macht weiterhin Spaß, Teile einzukaufen, neue Elemente zu entdecken und sich inspirieren zu lassen. Gleichzeitig wird es durch die hohe Verfügbarkeit vieler Teile immer schwieriger, daraus ein wirklich lukratives Geschäftsmodell zu machen.
Verdienen kann man natürlich weiterhin Geld – aber deutlich schwieriger als noch vor einigen Jahren.
Aus Sicht eines AFOLs hingegen hat das Legoland meiner Meinung nach noch nie so viel geboten wie heute.
Es gibt mehr Teile, mehr Auswahl, mehr Sets und insgesamt einfach mehr Möglichkeiten für LEGO-Fans. Gerade für MOC-Builder oder Sammler ist das Angebot inzwischen wirklich beeindruckend.
Auch für Kinder ist das Legoland weiterhin absolut empfehlenswert. Meine Tochter wird bald zwei Jahre alt und selbst in diesem jungen Alter gab es bereits unglaublich viel zu entdecken. Besonders die herumlaufenden LEGO-Figuren hatten es ihr angetan und sie wollte ständig Bilder machen.
Gerade in Kombination mit einer Merlin-Jahreskarte und dem zusätzlichen Besuch im Peppa Pig Park ist das aus meiner Sicht für Familien wirklich eine tolle Sache.
💬 Wie seht ihr das?
Habt ihr das Legoland Deutschland dieses Jahr bereits besucht?
Teilt ihr meine Eindrücke oder habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht? Über eure Kommentare würde ich mich wie immer sehr freuen.
Der nächste Beitrag erscheint hoffentlich wieder in zwei Wochen am 14. Juni – ich gebe mein Bestes, mir die nötige Zeit freizuschaufeln.
Bis bald & baut was, Tim
Neugierig, wie unser Herzensprojekt heute aussieht? Hier geht’s zu unserem Bricklink-Store 🤍
Schreibt mir gerne auf Instagram: Tim 🙂
