Die Maus wird am Sonntag 50! - Der Spielwaren Investor - spielend reale Rendite

Die Maus wird am Sonntag 50!

Es gibt Jubiläen, die mich persönlich tangieren. Eines davon steht übermorgen an: DIE MAUS bzw. Die Sendung mit der Maus wird am Sonntag 50 Jahre alt. Für alle Junggebliebenen hier ein kleiner Recab einer wahnsinnig tollen Sendung im deutschen Fernsehen.

Das stets etwas drömelig dreinschauende Nagetier hatte seinen ersten TV-Auftritt am 7. März 1971. Der WDR wollte mit Lach- und Sachgeschichten dem Vernehmen nach ein seriöseres Pendant zur frisch aus den USA importierten, leicht krawalligen Sesamstraße schaffen. Es entstand die wohl schlaueste Sendung des deutschen Fernsehens.

Ein Freund, ein guter Freund…

Der leuchtend orange-farbene Nager entstand durch ein gemeinsames Projekt mehrerer kreativer Köpfe. Ihr Äußeres verdankt sie der Grafikerin Isolde Schmitt-Menzel, die die Figur für eine Bildergeschichte erstmals zeichnete. Der WDR beauftragte den mitlerweile leider verstorbenen Trickfilmer Friedrich Streich, die rundliche Maus mit den Kulleraugen zu animieren. Streich erweckte die Maus zum Leben, verlieh ihr die charakteristische Mimik und Gestik. Außerdem schenkte er der einsamen Maus 1975 einen treuen Gefährten: den kleinen blauen Elefanten. 1987 entwickelte Streich dann auch noch die gelbe Ente, die seither gelegentlich zu Gast ist.

Stumm in der Aussprache, laut in der Aussage

Die Maus spricht nicht, sondern kommuniziert über einfache, aber sehr charakteristische Geräusche, die der mittlerweile ebenfalls verstorbene Geräuschemacher Joern Poetzl einführte. Das berühmte Augenklimpern beispielweise wird mit Kastagnetten erzeugt. Wenn die Maus geht, hören wir zwei aneinanderschlagende Schalen von Kokosnüssen (Monty Python lässt grüßen). Poetzl verhalf übrigens auch echten Blockbustern wie LOLA RENNT, DER UNTERGANG, GOOD BYE LENIN!, DAS LEBEN DER ANDEREN oder BUDDENBROOKS zu mehr Gehör und Atmosphäre.

Zur Erfolgsgeschichte der Maus trug nicht unwesentlich die Titelmusik bei, die hierzulande wahrscheinlich jeder mitsummen kann. Sie stammt von Hans Posegga (1917-2002), einem bekannten Komponisten.

Klingt komisch, ist aber so

Der wohl in der Öffentlichkeit bekannteste Vater der Maus ist aber Armin Maiwald, der vor 50 Jahren beim WDR die Sendung gemeinsam mit Dieter Saldecki und Gert K. Müntefering konzipierte. Seine unverwechselbare Stimme gehört seither zur Sendung wie das Intro und das Kastagnetten-Blinzeln der Maus.

Es ist vor allem seine Fähigkeit, auf lapidare Art und Weise die kompliziertesten Zusammenhänge schlüssig und leicht verständlich zu erklären. Sein charakteristischer Erklär-Stil wird sogar in Patentanmeldungen erwähnt ( DE102006041935A1).

Der Christoph

Neben Maiwald gehört Christoph Biemann seit Jahrzehnten zum Inventar der Maus, der Mann mit dem zeitlosen Schenkelbesen und dem modischen grünen Pullover. Mit Ralph Caspers wurde das Team einst verjüngt; heute ist er auch schon seit über 20 Jahren fester Bestandteil des Maus-Teams.

Die Sendung mit der Maus verhalf mit ihrer Reichweite auch anderen, heute sehr bekannten Formaten zur Berühmtheit. So hatten beispielsweise Käpt’n Blaubär, der Kleine Maulwurf, Lars der Kleine Eisbär und Shaun das Schaf hierzulande ihre ersten Auftritte im Wohnzimmer des sympathischen Nagers. Auch Janoschs Figuren verhalf sie zu noch größerer Popularität.

Die Maus als Erfolgsfaktor für Shaun das Schaf

Die Lach- und Sachgeschichten widmen sich oft den kleinen Technikwundern des Alltags: Wie funktioniert ein Fotoapparat? Wie entstehen Wolken? Warum ist die Banane krumm? Die Maus weiß es.

Aber auch hochkomplexe Themen können Armin, Christoph & Co.entspannt erklären: Was steckt hinter Akku-Speichern, was ist eine Vakuumbrücke, ein Parabelflug oder wie funktioniert ein Katalysator? Was war der 30-jährige Krieg? Und wie fühlte sich eine Kindheit in der Nachkriegszeit an?

Legendär ist die erstmals nach Tschernobyl gesendete „Atom-Maus“, in der eine Kettenreaktion mithilfe von Holz-Scheiten, Mausefallen und Tischtennisbällen veranschaulicht wurde. Mancher junge Maus-Fan war davon so nachhaltig beeindruckt, dass er später Physik studierte.

Die Maus im Weltraum

Beispielsweise der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der sie zweimal als Plüschtier mit zur ISS nahm und für die Sendung aus dem Weltall berichtete. Und das war nicht die erste Raketenreise der Maus: Bereits 1992 hatte Klaus-Dietrich Flade sie mit ins All genommen.

Erfolgreichstes deutsches TV-Format

„Die Maus ist zeitlos, geht aber trotzdem mit der Zeit“, sagt WDR-Intendant Tom Buhrow zum Jubiläum seines Superstars. Die Maus ist in fast 100 Ländern zu sehen, was sie zu der erfolgreichsten deutschen TV-Produktion aller Zeiten macht. Zum Jubiläum wird die Maus gebührend gefeiert – mit Sondersendungen, einer 20-Euro-Sondermünze und sogar einer eigenen Briefmarke. Übrigens: Viele der Sachgeschichten aus 50 Jahren können kostenlos online im Maus-Archiv angesehen werden.

Was sagst Du zum 50-jährigen Bestehen der Maus? Hast du vielleicht auch, wie Alexander Gerst, aufgrund der Sendung einen bestimmten Berufszweig ergriffen oder etwas anderes fürs Leben gelernt? Schreib es gern in die Kommentare!

3 thoughts on “Die Maus wird am Sonntag 50!

  • 5. März 2021 um 10:49
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    Wird es mal die Lego MAus geben? Das wäre echt cool, die Maus begleitet mich auch shon das ganze Leben lang und ein Lego set währe schon cool zu zum 50 jährigen Jubiläum.
    Ich habe von der Maus gelernt, wo das Toilettenpapier herkommt und noch viele weiter spannende Dinge!

    Grüße und bleibt gesund Emil!

  • 5. März 2021 um 11:49
    Permalink

    Meine persönlich prägendste Folge war die über Käse. Sie haben einmal erklärt, wie die Löcher in den Käse kommen. Das geschieht quast durch Furze und Rülpse der Bakterien in der Milchsäurekultur. Seitdem muss ich seit über 30 Jahren daran denken, wenn ich ne Packung Tilsiter aufmache oder so… LEGO Set wäre cool- allerdings hab ich da noch nichts gehört. Die Maus wäre mir lieber gewesen, als die Minions… 😉

  • 6. März 2021 um 1:00
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    Absoluter Evergreen, auf die Sendung kann man sich immer einigen. Und auch als Erwachsener immer noch spannend und lehrreich, angefangen vom Sprachen-Raten beim Intro bis hin zu den Beiträgen.
    Wegen mir nochmal 50 Jahre und dann zusammen mit den (Ur)Enkeln gucken.

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